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22. Jul 2010 | People

 
 |© WWW.DOUBLEFACES.DE

BLU LIEBT - DOUBLEFACES

Wohl jeder Hamburger Partygänger hat die beiden schon einmal gesehen und fragt sich eventuell, ob er nicht ein Glas zu viel im Schädel hatte. Aber: Doppelt sehen gehört bei Lee Jackson und Barbie Stupid nun mal zum Konzept und ist nicht zwingend Anzeichen für überhöhte Alkoholzufuhr. Letzterer frönen die beiden aber dennoch immer wieder gerne, und blu säuft mit. Prost! •ck

WIE KOMME ICH DENN JETZT VOM ALKOHOLKONSUM GALANT ZU EURER ENTSTEHUNGSGESCHICHTE?
Lee: Weitersaufen und denken müssen – das wird kompliziert. Aber hat auch immer wieder funktioniert.

ALSO MAL ZURÜCK AUF ANFANG. SEID IHR BEIDE HAMBURGERINNEN?
Lee: Ich lebe mittlerweile seit über zwanzig Jahren in Hamburg und komme gebürtig aus der Nähe von Dortmund.
Barbie: Ich bin eine richtige Deern von der Waterkant. In Altona geboren und groß geworden.

ICH KENNE EUCH JETZT SCHON ÜBER ZEHN JAHRE AUS LA CAGE, BALUGA BAR UND SCHLIESSLICH HORNYT:MES. – WIE UND WANN HABT IHR DENN ALS DOPPELTES LOTTCHEN ANGEFANGEN?
Barbie: Kennengelernt haben wir uns 1998 im La Cage. Ich habe dort damals als Hostess gearbeitet. Lee kam eines Sonntagnachts als Gast vorbei. Sie trug damals eine hochtoupierte GRÜNE!!!! Perücke. (verdreht mit einem Lächeln etwas die Augen) Ich hielt Lee auf den ersten Blick für ’ne arrogante, doofe Kuh. (lacht)
Lee: Als ich Barbie damals im La Cage sah, hielt ich sie genauso für ein arrogantes, dummes Flittchen. (grinst) Hat sich bis heute nicht viel dran geändert. (lacht laut)
Wir wurden von Barbies Bekannter um ein gemeinsames Foto gebeten. Das Bild wurde gemacht, drei Worte geredet, und seitdem sind wir Friends forever.
Barbie: Wir sind danach erst mal schön zwei Tage am Stück um Reeperbahns Häuser gezogen und haben über Shows und unsere Vergangenheiten geplaudert. So haben wir festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge ticken. Wir trafen uns immer häufiger und planten dann irgendwann unsere erste gemeinsame Bühnenshow.
Lee: Damals hießen wir noch Chain Reaction. Wir sind dann mit unserem Programm durch die Lande gezogen: Deutschland, Österreich und auch durch die Schweiz.

DIE ORTE UNSERER ERSTEN ZUSAMMENKÜNFTE HABE ICH JA BEREITS EBEN ERWÄHNT. IHR SEID SCHON SEHR ENG MIT DER REEPERBAHNKULTUR VERHAFTET, ODER? WAS GIBT EUCH DER KIEZ? WAS VERBINDET EUCH MIT ST. PAULI?
(beide nachdenklich)
Barbie: Mich verbindet mit dem Kiez ein Stück Kindheit und Jugend zum einen. Ich war oft mit meinen Eltern sonntags tagsüber zum Spazieren oder Essengehen auf dem Kiez. Heute begeistert mich die Reeperbahn durch ihre Vielfältigkeit. Ich liebe es, privat oder vor ’nem Job in den kleinen Bars zu sein. Aber auch nach dem Job hat man sämtliche Möglichkeiten: entweder Frühclub, wenn man die Augen nicht zubekommt, oder direkt ins Pornokino, wenn man den Reisverschluss der Hose nicht mehr zubekommt. (lacht) Oder erst im Kino poppen und dann in den Frühclub. (zwinkert) Und wenn man Hunger hat, kann man ständig und zu jeder Zeit Junkfood in sich reinstopfen. Ist das nicht herrlich?! (freut sich und reibt sich den Bauch)

Lee: Mich verbindet mit dem Kiez fast ausschließlich das schrille und bunte Nachtleben Hamburgs. Hier trifft sich nun echt jede Sau aus sämtlichen Schichten der Gesellschaft. Geil ist es, dass alle zusammen feiern können. Ich fühle mich als Drag und als Mann zu gleichen Teilen wohl auf St. Pauli. Hier kann man(n) unauffällig auffällig sein. (schmunzelt). Außerdem verbindet uns beide ja immer noch unser Kennenlernen und der Start unserer Drag-Karriere mit der Reeperbahn.
(Barbie nickt verständnisvoll)


WAS SIND DENN EURE GANZ PERSÖNLICHEN SZENEHÖHEPUNKTE DER LETZTEN JAHRE IN HAMBURG?
Lee: Muss ich darauf sexistisch antworten? Aber jetzt Spaß beiseite. Einer der alljährlich wiederkehrenden Höhepunkte ist immer der CSD.
Barbie: Ja, das Schaulaufen der Superschwuppen und Schönlinge, Hardcore-Lesben und Heteros ... Immer wieder herrlich das Theater. (lacht) Da wir aber so viel in der Szene unterwegs waren und sind, können wir gar nicht genau sagen, was nun wirklich ein schöner Höhepunkt war ... Ach doch, da gab es den einen oder anderen, hat aber nix mit ’ner Veranstaltung zu tun. (lacht laut)

WAS SIND EURE ZUKUNFTSPLÄNE? WO WIRD MAN EUCH SEHEN KÖNNEN? WERDET IHR BEIM NEUEN LA CAGE GAGA AUCH WIEDER MIT KURZEN AUS GIESSKANNEN AM START SEIN?
Barbie: Geplant haben wir beide noch nie so wirklich. Wenn uns jemand anruft und sagt, wir sollen zum Arbeiten oder zum Champagner-Schlürfen kommen, dann werden wir natürlich auf der Matte stehen.
Lee: Zukunftspläne werden eh nach fünf Minuten von uns beiden wieder geändert. Von daher lassen wir uns treiben. LA CAGE GAGA muss weitergehen. In einer anderen Location. Diese wird gerade gesucht.
Barbie: Wir sind nun schon seit 13 Jahren gemeinsam als Doppeltes Lottchen unterwegs, und die größten Blasen an den Füßen haben uns nicht davon abgehalten weiterzugehen. Darum werden wir immer in der Szene irgendwo unterwegs sein.
Lee: Manchmal hat auch mal in Räuberzivil. (beide lachen)

SEIT IHR DENN AM 30. JULI BEI DER CAGE GAGA DABEI?
Wir sind selbstverständlich weiterhin dabei und freuen uns schon auf den 30.7., da dann die erste Party in Toms Dancehall stattfindet. Wir sind auch immer noch auf der Suche nach Sponsoren, die uns unterstützen wollen. Also hier die Aufforderung an alle Sponsoren: unterstützt uns, damit die Party weiterlaufen kann.

WOLLT IHR AM ENDE NOCH WAS LOSWERDEN AN DIE LESER?
Lee: Ach ja: Wir haben noch nie ’nen Leserbrief bekommen.
Barbie: Stimmt. Wäre doch geil, wenn uns mal jemand einen schreiben würde! Erreichbar sind wir beide entweder über unseren Blog doublefaces.over-blog.com und über Facebook: Barbie Stupid oder Lee Jackson. Wir springen dann auch gerne mal für euch im Dreieck. (lachen) Tausend Knutscher!!

30.7., LA CAGE GAGA, TOMS DANCEHALL, 23 UHR, PULVERTEICH 17, HAMBURG, U1 LOHMÜHLENSTR.

 
 
 
 
 

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