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01. Aug 2010 | Gesellschaft

 
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ÄRGER AN DER TÜR

Nach der Neueröffnung des Berliner Klubs Connection häuften sich die Gerüchte über eine selektive Türpolitik, die insbesondere Asiaten den Zutritt verwehrt. Unterstrichen wurde dieser Eindruck durch die Stellungnahme eines Mitarbeiters, die sich gegen die Dominanz einzelner, zum Beispiel ethnischer Gruppen richtete. blu befragte Partyveranstalter, u. a. auch die Geschäftsführung des Connection zu diesem Thema. Außerdem holten wir die Meinung der Clubcommission mit ihren ca. 120 Mitgliedern ein. •rä/oa

CHRISTIAN WINTER, KLUB INTERNATIONAL
Grundsätzlich alle, die den Willen zum Feiern mitbringen und deren Mundwinkel oberhalb der Waagerechten liegen – niemals dicke Mädchen mit Zöpfen ... Ach so, und angeklebte Fingernägel gehen auch gar nicht ...

OLAF MÖLLER, 2. VORSITZENDER CLUBCOMMISSION BERLIN
Jeder Klub oder Veranstalter hat eine eigene sogenannte Türpolitik, das ist notwendig und hinreichend. Man unterscheidet nach gesetzlichen, aus der Praxis empfohlenen oder subjektiven („politischen“) Richtlinien für Türsteher. Das unterschiedliche Gewichten dieser Faktoren, zusätzlich abhängig von Musikart, Klubchefs und manchmal auch der Gegend, unterscheidet die Klubs und Partys. Türpolitik wird manchmal als ungerecht empfunden und ist es manchmal sogar auch.
Gesetzlich eingreifen muss man zum Beispiel bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, empfohlen ist ein Zutrittsverbot bei unbelehrbarem Verhalten ... das wird auch empfohlen bei Gruppierungen von Menschen, mit denen es häufig Probleme (Aggressivität, Alkohol, Drogen …) gibt. Hierüber scheiden sich die Geister am meisten, was heißt „häufig“ und wer beobachtet das? Manche Gäste gewinnen den Eindruck, dass hier häufig Gruppen mit Migrationshintergrund der Zugang zum Klub verwehrt wird. Ist das tatsächlich so?
Subjektiv beurteilt wird Aussehen, Optik (keine Clubwear, unpassendes Schuhwerk, Frisur …)
Zum Abschluss ein Beispiel, warum Türpolitik ein MUSS für Gäste UND Veranstalter bzw. Klubbetreiber ist: Würdet ihr in euer Wohnzimmer ausnahmslos jeden Menschen hereinlassen?

NINA QUEER, IRRENHOUSE
Je bunter, desto besser! Alle sollen kommen! Wer bei mir nicht reinkommt sind große Heteromännergruppen – türkische und deutsche – denn das gibt nur Ärger. Asiaten könnten mit einem Bus vorfahren, die sind willkommen!

MICHAEL SONNTAG, CONNECTION
Unser Team besteht beispielsweise aus Mitarbeitern verschiedenster Nationalität und wir setzen uns seit jeher für Toleranz und für ein friedliches Miteinander aller Nationalitäten, Religionen und Weltanschauungen ein. Dies zeigt beispielsweise unser jahrelanger Einsatz im Regenbogenfond, der Mitarbeit bei der Organisation des lesbisch-schwulen Straßenfestes und vielerlei anderer Aktivitäten in der schwul-lesbischen Community in Berlin. Gerade wir als homosexuelle Männer, die noch unter dem §175 zu leiden hatten, wissen, wie zutiefst menschenverachtend Diskriminierung ist und tolerieren diskriminierendes Verhalten jedweder Art in keinster Weise.

 
 
 
 
 

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