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20. Jul 2010 | Gesellschaft

 
 |© WWW.ZAKK.DE

ZAKK BIETET HOMOPHOBEN KÜNSTLERN KEINE BÜHNE

Seit einiger Zeit wird die Problematik homophober (schwulen- und lesbenfeindlicher) Texte im Reggae Dancehall in der Öffentlichkeit thematisiert. Mit sogenannten „batty tunes“ wird offen und verdeckt zu Gewalt gegenüber Homosexuellen aufgerufen.

In Düsseldorf entzündete sich die Diskussion konkret an dem geplanten Auftritt des Sängers „Elephant Man“, dessen Konzert schließlich nach massiven Protesten abgesagt wurde.
Auch im Düsseldorfer Kulturzentrum zakk hat man sich in vielen Diskussionen mit dem Thema auseinandergesetzt. Als soziokulturelles Zentrum entspricht es dem Selbstverständnis von zakk, sich gegen Diskriminierung jeder Art zu stellen. zakk steht für Gleichberechtigung, Toleranz und Vielfalt. Diese Werte sind wichtige Kriterien bei allen programmatischen Entscheidungen.

So blickt man mit einigem Stolz auf den landesweit ersten „Frauenschwoof“ zurück, der vor mehr als 20 Jahren im zakk etabliert wurde und bis heute eine der beliebtesten Discos ist. Für Schwule und Lesben war zakk immer ein Ort und so soll es auch in Zukunft bleiben.
Mit „Yard-Vibes“ hatte auch zakk bis vor kurzem eine Reggae Dancehall- Party im Angebot. Nun wurde die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Culture Rock eingestellt und die Veranstaltung aus dem Programm genommen. Grund sind die unterschiedlichen Ansichten im Hinblick auf die Künstler, die diskriminierende „batty-tunes“ in ihrem Repertoire haben.

„Wir konnten leider keine gemeinsame Linie finden“ bedauert Geschäftsführer Jochen Molck, „der von uns geforderte gänzliche Verzicht auf die Künstler, die solche Inhalte transportieren oder transportiert haben, wurde vom Kooperationspartner als musikalisch unmöglich verweigert. Lediglich die Songs mit den diskriminierenden Texten nicht zu spielen, war uns nicht konsequent genug. Wir wollen nicht, dass Künstler wie Sizzla oder Elephant Man im zakk aufgelegt werden. Deshalb mussten wir die Party absetzen.“ Dass zakk damit Gäste verliert, wurde in Kauf genommen, genauso wie ein nicht unerheblicher Umsatzverlust. „Das Publikum war jung und international. Und der Umsatz bewegte sich pro Jahr im fünfstelligen Bereich“ konkretisiert Molck.

Schlussendlich wollte man aber all denen, die mit homophoben Songs viel Geld verdienen oder verdient haben, keine Foren bieten- weder auf den Turntables noch auf der Bühne.

 

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